Das 12. Fenster

Der Pölli - Adventkalender
Die Adventszeit heuer ist etwas anders, vielleicht etwas ruhiger, vielleicht etwas langsamer, aber nicht unbedingt langweiliger. Zumindest nicht für mich.
 
Vielleicht fang ich ganz von vorne an. Vor mittlerweile über 8 Jahren stand mit dem ersten eigens verdienten Geld die Option an, ein Auto zu kaufen - oder vielleicht doch ein Pferd. So kurz vor dem Studium dachte ich mir, wer braucht denn da ein Auto? Von Steyr nach Kufstein fährt der Zug sehr regelmäßig und die Wohnung liegt doch gleich neben der FH. Wirklich völlig überflüssig jetzt ein Auto zu kaufen. Aber natürlich nicht überflüssig sich ein Pferd zu zu legen - man will sich ja etwas gönnen mit dem hart verdienten Geld.
 
Gesagt getan - ein Pferd muss her. Die Wunschvorstellung war ein großer Rappwindfarbener Wallach, mit viel strahlend heller Mähne. Schon ganz gut ausgebildet, man möchte ja reiten gehen in seiner Freizeit und nicht alles erst mühsam erarbeiten.
So leicht ließ sich der Wallach jedoch nicht finden, bis Nikolaus mir dann mal den Tip gab, Verena hätte doch einen Wallach, nicht ganz Windfarben aber zumindest Wildfarben gescheckt. Nicht ganz so fertig ausgebildet, aber zumindest lieb ist er.
Schnell war schon ein Treffen ausgemacht, nur mal bei Heidi vorbeikommen und etwas Pferde schaun. Verena hatte zu der Zeit Glodi, Herda und Vina am Hof zum Anreiten und weiter ausbilden.
Bei einem Besuch blieb es dann doch nicht - wir sind noch ein paar mal vorbeigekommen. Ein ganz netter junger Mann war er, aber irgendwie nicht zu 100% das Pferd das ich gerne gehabt hätte. Verena in elends Geduld hat mir auch noch die beiden Stuten gezeigt, etwas Freilaufen im Roundpen, kurz mal drauf setzen. Zumindest Vina konnte noch nicht mehr.
Mein Gewissen hat mir aber doch gesagt - du willst doch einen Wallach, in Sonderlackierung und soo jung sollte er nicht sein.
Weil wir doch schon dort waren, ein kleiner Ausritt kann ja nicht schaden. Also rauf auf Glodi, Steffi mit Herda und Verena mit Vina mit dabei, aber auch da sprang kein Funke über. Verena, weiter beharrlich, meinte erneut ich soll mich doch trotzdem auf die beiden Mädls setzen - "hüfts ned, schods ned".
Und da wars dann eigentlich schon ziemlich klar - kein Wallach, kein windfarbenes Pferd, kein älteres Pferd mit guter Grundausbildung.
Nein - Vina 4 Jahre, Rappe (oder so etwas ähnliches), kurzer frecher Schopf, kann zumindest im Gelände geradeaus laufen und lässt sich mit dem Nasenriemen einigermaßen lenken, aber hey - sie war süß.
 
Im August 2012 zog dann also Vina bei mir ein. Nach "Aufs" und auch ganz vielen "Abs" sind wir dann schlussendlich auch wieder in Weistrach gelandet - dort wo ich bereits meine ganze Kindheit verbracht habe. Es war schon ein bisschen wie heimkommen <3.
 
Und weil es hald einfach partout kein Wallach mit Wallemähne in Windfarben sein sollte, ist heuer dann die zweite schwarze Stute dazu gekommen. Was einen da geritten hat im Coronajahr ein Pferd zu kaufen - das lassen wir einfach so im Raum stehen.
Aber es war wieder Verena, die mir damals als Vina verletzt war dankenswerterweise angeboten hat eines ihrer Pferde zu reiten. Und 2 Fohlen später wars dann wohl geschehn.
 
 
Jetzt sind wir dank dem Tip von Nikolaus vor 8 Jahren (wohl gemerkt im Uhrwerk um ca.2 Uhr früh), der Überzeugungskraft von Verena als Pferdedealer des Vertrauens und dank ein "paar" kleineren Zwischenfällen mit Vina wieder alle gemeinsam auf Gut Pöllndorf zuhause.
 
Vielen Dank für die zwei Herzenspferde <3 die mir auch diesen Advent keine Langeweile bescheren und ganz viel Freude machen!
 
Frohe Weihnachten wünschen Vina, Flugsvinn und Doris
 
 
Fotos: Nadine Lechner