Das 11. Türchen

Der Pölli Adventkalender Es war einmal vor langer Zeit ein kleines Mädchen mit liebevollen Eltern, die es wichtig fanden Bewegung und Ausgleich für die Tochter zu schaffen.
Doch nichts hat gepasst. Geheult bei der musikalischen Früherziehung, ebenso beim Eislaufen, nicht Tennis und nicht Turnen ... auch im Flötenunterricht kein Ass, Skifahren macht nur im Winter Spass ... 
 
Dann kam Mama auf die Idee - wir könntens doch mit Reiten versuchen.
Und Babsi und die Pferde waren nicht zum Weinen.
Meine Lieblingsvoltigier-Übung "fauler Willi" kann ich heute noch! 
Bisschen Überzeugung brauchten wir für Papa - doch nach dem ersten Mal zuschauen, die leuchtenden Kinderaugen sehen, die Ruhe der Pferde erleben - war das Thema erledigt und ich war jede freie Minute am Pferdehof. 
Bis zum Fortgeschrittenen Unterricht hochgearbeitet, darauf folgte eine pubertäre Pause,die mir leider nicht gut bekam und Gott sei Dank nur wenige Jahre dauerte. Das Pferdefieber ist eben nicht heilbar ... 
Also ich gerade 20 war schrie in mir der Wunsch nach einem eigenen Pferd. So trat ich an Fam. Kirchmayr heran. Als Hannes mir vorschlug (m)eine Stute (die inzwischen fast 9 jahre bei mir ist und für immer bleiben wird) zu probieren war meine erste Reaktion: "Nein, die probier ich sicher nicht!" Aber die Neugierde überwiegte und lieb sah sie ja schon aus ... Obwohl es nicht leicht war und gefühlt nichts funktioniert hat, würde ich sie für kein Geld der Welt hergeben und blicke gern auf den gemeinsamen, nicht so einfachen Weg zurück. 
Ich litt damals an Depressionen und es ging mir schlecht. Ich war heillos überfordert mit meinem Leben und mit dem rasenden Pferdemädchen, doch die hat immer auf mich gewartet und mir  Beständigkeit und so viel Liebe gegeben. Oft saß ich nur im Stall, sah sie an und lauschte den Pferden beim Fressen. 
Und da waren neben meiner Familie Leute, die an mich glaubten und mir Mut machten (Hannes, Babsi, Gereon),  Gleichgesinnte die mir zuhörten. Ich hab Freunde fürs Leben gefunden und wieder so viel Freude. Dafür bin ich unendlich dankbar. Und ich wusste damals und weiß noch immer ... Mei (2.) Dahoam ist bei den Pferden, auf Pöllndorf ... 
Eva