Das 7. Fenster

Der Pölli Adventkalender

 EINE schöne Erinnerung an Gut Pöllndorf, ich wüsste nicht wo ich anfangen sollte…

Wie Karl Emil Franzos (Schriftsteller, 1848 - 1904) schon sagte: „Die Eindrücke der Kindheit wurzeln am tiefsten.“ Gut Pöllndorf war ein großer, … nein, der größte Teil meiner Kindheit und ich erinnere mich an so viele wunderbare Erlebnisse, prägende Geschichten, spannende Situationen, Freundschaften, sportliche Erfolge, lustige Begebenheiten, kurzum: an eine Kindheit voll Natur, Erlebnis, Freundschaft und Freude.

Als meine Familie und ich (knapp 9 Jahre alt), mit Hákon und Torfi nach Gut Pöllndorf kamen, war schnell klar: ich habe ein zweites Zuhause. Jede freie Minute verbrachte ich (meist mit dem Wohlwollen meiner Eltern) am Hof und mit den Pferden. Alle „Taxis“ von Waidhofen nach Weistrach wurden ergiebig genutzt (danke dafür übrigens an alle, die mich hier kutschierten)… Bald durfte ich dann auch Pferde von Hannes und Babsi reiten (Stormur, Baron, Steini, Njördur, um nur einige zu nennen). Mit Feykir bekam ich dann den wohl größten Lehrmeister von Anne, der für mich prägendsten Trainerin meiner Reitkarriere, zur Verfügung gestellt.

Meine Wochenenden, Nachmittage und natürlich jede Ferienminute wurde mithelfender-weise am Hof verbracht. Die Zeiten des „Heuwässerns“ für alle Pferde, im Berittstall mit Eimern tränken, Heukleinballen händisch am Heuboden stapeln und „ohne Hoftrac“ ausmisten- bleiben mir für immer in Erinnerung… und hier komme ich, nun endlich auch, zu meiner Kindheits-Pöllndorf-Erinnerung:

Ein richtig toller Winter, viel Schnee, 6:30 Uhr in der Früh, minus 10°C und ich beim Füttern von nassem Heu. Die Arbeit ist getan, keine Menschenseele am Hof, klirrend kalt, nasse Hände - das war die Zeit für mein tägliches Ritual: Jeden Tag nach dem Füttern setzte ich mich im Boxenstall in den Futtergang zu den Pferden und lauschte dem Geräusch, wenn Pferde in ruhig Fressen, Abschnauben, Umsteigen- die vollkommene Ruhe. Währenddessen steckte ich meine doch sehr gefrorenen Hände unter die lange, dichte Mähne meines Hákons, welcher sich damals dort mit Torfi eine Box teilte.

Dieses Gefühl - die Geräusche und Gerüche - werde ich nie vergessen, es ist für mich das ultimative Winter-Pöllndorf-Kindheits-Gefühl.

Verena Kirchmayr

Verena ist mittlerweile Hoftrainerin auf Gut Pöllndorf und mit unserem Sohn Nikolaus verheiratet. Auch sie wollen ultimative Kindererinnerungen schaffen, schaut doch mal auf ihrer Seite vorbei: www.kablhof.at