Ein denkwürdiges Wochenende

Sigurbjörn Bárdarson und Thorgeir Gudmundsson in Weistrach.....

Am 16.11.1987 ritt er mit dem Tölthorn in Händen seine Ehrenrunde in Weistrach auf der WM. Nach mehr als 30 Jahren kehrte er zurück auf einen Platz mit dem er "sehr angenehme Erinnerungen verbindet". Sigurbjörn Bárdarson, eine der bekanntesten und erfolgreichsten Personen im Islandpferdesport, gab am Wochenende 21.-23.2. einen Passlehrgang für die Mitglieder des ÖIV-Sportkaders bzw. für KaderanwärterInnen. "Eingefädelt" und organisiert wurde dieser Lehrgang vom ÖIV Sportreferat in der Person von Usi Jelinski.

Schon der Theorievortrag am Freitag abends machte mir (Hannes Kirchmayr) den Mund wässrig. Ich haderte, dass ich "nur" für das am Samstag laufende Seminar zu Biomechanik und LAP angemeldet war. Am Samstag kurvten die ReiterInnen - versorgt mit einer Menge an Übungen - durch die Halle. Der/die eine oder andere war etwas unglücklich, weil es nicht GLEICH auf die Passbahn ging. Der Sonntag sollte dann zeigen, WARUM das so war. Diddi coachte all seine KursteilnehmerInnen so, dass die Pferde sehr gut liefen. Es war ein Vergnügen zu sehen, wie die Vorarbeit vom Samstag und seine freundlichen, motivierenden und präzisen Anweisungen zu sofort sichtbaren Veränderungen zum Positiven führten!

Resümee: Der Kurs schreit nach Fortsetzung! Ich habe versucht, Diddi dahingehend zu motivieren, dass eine weitere Weistrach-Pause von mehr als 30 Jahren dazu führen würde, dass es dann wohl ein neues Buch von Jonas Jonasson geben würde: "Der Hundertjährige, der einen Passkurs machte" Lächelnd

 

Kein bisschen weniger spannend war übrigens das Seminar von Thorgeir Gudlaugsson. Eingeleitet wurde die Präsentation von Kirstin Schönwetter mit einer Demo betreffend Biomechanik. Dann folgte Thorgeir Gudlaugsson, seines Zeichens Chefrichter auf der WM und Mastermind der FEIF-Richtergruppe. Abgesehen davon, dass Thorgeir ein später Nachkomme des legendären griechischen Demosthenes sein muss, war nicht nur die Präsentation fesselnd, sondern auch der Inhalt. Es ging um "biomechanics and locomotion in the context of judging criteria and guidelinses" und um die Einführung in das Konzept des LAP (lateral advanced placement), also um die Möglichkeit, Takt zu messen. Als Sahnehäubchen ging es dann noch um Aspekte der Biomechanik im Pass. Nach diesem Seminartag rauchte nicht nur der Kopf! Es war auch klar, dass wir nicht nur immer bessere Pferde aus der Zucht bekommen, sondern auch immer bessere Hilfsmittel für ein pferdegerechtes Training und für eine bessere Beurteilung der Ausbildung der Pferde und der reiterlichen Leistung.

Für mich war dieses Fortbildungswochenende ein weiterer "milestone" nach dem denkwürdigen Seminar mit Matthias Bojer über Leistungstraining. Die verbindende Klammer war übrigens der klare Anspruch, dass wir es in der Reiterei mit einem Partner zu tun haben, der sich den Sport mit uns nicht ausgesucht hat. Unsere Verpflichtung ist es daher, diesem Umstand gerecht zu werden und aus Pferden - durch richtiges Training - Reitpferde zu machen, die aufgrund unserer Arbeit physisch und psychisch in der Lage sind, die Leistungsanforderungen (egal ob Freizeitreiten oder Leistungssport) zu erfüllen und langfristig dabei gesund zu bleiben....... Das ist ein riesige Herausforderung und gleichzeitig Motivation!