Die nicht minder unglaubliche Johanna....

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Die nicht minder unglaubliche Johanna...

 

Für Eltern ist es gar nicht so einfach, einigermaßen objektiv über die eigene Tochter zu berichten. Versuchen wollen wir es trotzdem.

Johanna war seit Kindesbeinen von Pferden fasziniert. Sie durfte schon als Kleinkind geführt auf Glaesir, unserem ältesten und besten Schulpferd, reiten. Ab einem Alter von 3 Jahren begann sie mit dem Voltigieren (und setzte damit das künftige Alterslimit für den Einstieg in die Reiterei auf Poellndorf, da die Eltern sich fortan auf die kleine Johanna beriefen, die ja auch schon frei am Pferd sitzen darf). 

Mit knapp 5 Jahren folgte das freie Reiten und schon bald das erste eigene Pferd. Der damals 13jährige Patrekur frá Vatsleysa war Johannas Lehrmeister, mit dem sie ihre ersten Turnierstarts als 8jährige absolvierte. Pati ist ihr Liebling geblieben, auch als er nicht mehr reitbar war..... Johanna hatte aber noch einen zweiten Lehrmeister. Hrodur frá Hofstödum. Der erfahrene Passer entführte Johanna als 11jährige in die Welt des Passes. Barbara führte Hrodur mit Johanna im Sattel in St. Radegund auf die Passbahn, er schepperte im Galopp los und wurde von mir am Ende der Bahn mit einem Futterkübel gebremst. Johanna's Kommentar: „Das war aber schnell!!!“ Meine Replik „Schnell schon, aber in der falschen Gangart. Du musst Pass reiten“. Johanna: „Das mache ich im zweiten Lauf“. Tat sie bzw. er auch und sie hatte eine 9er Zeit..... Hrodur kam sich wahrscheinlich wie ein Briefträger vor und Johanna hatte die Freude an der Geschwindigkeit gewonnen.

Es gäbe noch viele erwähnenswerte Stationen in ihrem reiterlichen Werdegang: FEIF-Youth-Cup in Verden. Sie bekommt den „Eva-Maria-Gerlach Award for young promising riders“ (übrigens ebenso wie Hannah Chmelik). Dabei beweist sie einmal mehr die klare Sicht auf die eigene Leistung: „Ich habe mit Saedis im Gang gegen die starken Deutschen keine Chance. Bestenfalls komme ich ins kleine Finale, aber in der Dressur kann ich vorne sein“. Genau so war es dann auch. 1. Platz in der Dressur, 2. im Trail und B-Finale im Tölt und Viergang. Erfolgreich auch der FEIF-Youth-Cup in Holar mit Senjor, der ihr von Baddi zur Verfügung gestellt wurde. Rang 1 im T6 und Rang 2 im Cross Country.

Neben einer Vielzahl an Meistertiteln gelang ihr bei der FIZO in Weistrach im Jahre 2015 ein besonderes Husarenstück. Sie durfte – sozusagen zur Übung – Sylgja frá Grund vorstellen. Nach dem ersten Durchlauf waren wir mit den Noten zufrieden und mit der 8,5 im Pass superhappy. Die Frage war, was sollte sie in der Übersichtsschau verbessern. Da gab es einiges, nur Pass war nicht dabei....... Den ritt sie aber doch noch und ging als 16 (!!)jährige FIZO-Einsteigerin mit einer 9 und einem breiten Grinsen nach Hause..... Erwähnenswert die Noten beim Übungsleiter, die in dieser Höhe in Österreich einmalig waren und sind....

Die Qualifikation zur Weltmeisterschaft ist für sie ein weiterer Puzzlestein für das Gesamtbild ihrer Reiterkarriere. Sport ist für Johanna extrem wichtig und zwar aufbauend auf einer soliden Basis an eigenem Wissen und Können, Ausdauer bei der Ausbildung der eigenen Pferde und Durchhaltevermögen, wenn es einmal nicht wunschgemäß läuft. Gleich gewichtet wie die sportliche Karriere ist ihr Ehrgeiz, ReitschülerInnen im Unterricht zu fördern und zu begleiten. Wir, Barbara und ich, wünschen ihr für beides nachhaltigen Erfolg!